Skrjabin - Between Color and Light

Do, 27.01.2022 / 20:00 Uhr

Zur Ticketbuchung

„Die gesamte Halle wird in variablen Lichtern sein. Hier flackern sie auf, das sind feurige Zungen, man sieht, wie es auch Lichter in der Musik gibt. Immerhin hat jeder Ton eine entsprechende Farbe. Oder besser gesagt, nicht Ton, sondern Tonalität."
(Alexander Skrjabin)

Im Jahr 1910/1911 schrieb der russische Komponist Alexander Skrjabin (1871 - 1915) seine symphonische Dichtung „Prometheus“ für Chor, Orchester und Farbklavier. Dieses Werk, das aufgrund der damaligen technischen Beschränkungen erst lange nach Skrjabins Tod in vollem Umfang aufgeführt werden konnte, gilt bis heute als Meilenstein auf dem Weg zum audiovisuellen Gesamtkunstwerk, zum gleichberechtigten Zusammenspiel von Musik und Licht.

Der Synästhetiker Skrjabin entwickelte für „Prometheus“ eine Lichtpartitur, die jeder Tonart eine bestimmte Farbe zuordnete. Die Oberstimme dieser Partitur zeichnet dabei den harmonischen Verlauf des Werks nach, während die untere Stimme dem formalen Aufbau der Sinfonie folgt und auf diese Weise dynamische Farbmischungen entstehen lässt.

Dies sollte allerdings in der künstlerischen Vision des Komponisten nur der Anfang sein zu einem gewaltigen multimedialen „Mysterium“: einer Synthese sämtlicher Kunstformen, gebündelt in einem einzigen Werk für 2000 Mitwirkende, das Skrjabin in einem eigens dafür erbauten kuppelförmigen Tempel in Indien aufführen lassen wollte. Sein Tod im Jahr 1915 setzte diesen höchst ambitionierten Plänen allerdings ein jähes Ende.

Der junge und mehrfach preisgekrönte ukrainische Pianist und Folkwang Student Oleksandr Loiko greift nun die Idee des Farbklaviers (und das Aufführungskonzept unter einer Kuppel) wieder auf und interpretiert Skrjabins Vorlagen auf ganz individuelle und neue Weise. Durch eine eigens entwickelte Lichtpartitur lässt er die späten Klaviersonaten des Komponisten unter der Kuppel des Planetariums Bochum und mit Unterstützung der Visual Artists von „Warped Type“ nicht nur hörbar, sondern auch sichtbar werden. Eine einzigartige Konzerterfahrung, die Alexander Skrjabin zu Lebzeiten nie gegönnt war.

Mit freundlicher Unterstützung von Kawai Europa und der Werner Richard - Dr. Carl Dörken Stiftung.

Alexander Skrjabin:
Klaviersonate Nr. 5 op. 53
Klaviersonate Nr. 7 op. 64
Klaviersonate Nr. 8 op. 66
Klaviersonate Nr. 9 op. 68
Klaviersonate Nr. 10 op. 70

Oleksandr Loiko – Klavier
Warped Type – Lichtdesign
Kai Schumacher – Lichtkeyboard

Eintrittspreise: 18,00 €, ermäßigt 14,00 €

Zur Ticketbuchung