Im April nimmt die Tageslänge in Bochum noch einmal kräftig um beinahe zwei Stunden zu. Die Sonne geht Anfang des Monats um kurz nach 7 Uhr (Sommerzeit) auf und um kurz nach 20 Uhr unter. Ende April klettert sie schon um kurz nach 6 Uhr über den Horizont und verschwindet erst wenige Minuten vor 21 Uhr. Insgesamt wird die Nacht um eine Stunde und 49 Minuten kürzer.
Am Sternenhimmel herrscht eindeutig Frühling. Nach Ende der Dämmerung stehen die Sternbilder des Winters schon tief im Westen, und nach Mitternacht haben sich der Orion, der Stier und ihre winterlichen Gefährten von der Himmelsbühne verabschiedet.
Die Große Bärin, deren Muster aus den hellsten Sterne besser als „Großer Wagen“ bekannt sind, steht am späten Abend beinahe im Zenit. Direkt darunter ist der Löwe leicht zu finden. Mit etwas Fantasie kann man tatsächlich einen Löwen in dieser Figur erkennen. Schwieriger ist es, im weiter westlich liegenden Tierkreissternbild Jungfrau eine Frauengestalt zu sehen. Aber der hellste Stern der Jungfrau, Spica, ist auffällig.
Spica bildet mit Regulus, dem hellsten Stern des Löwen, und Arktur im Bärenhüter das Frühlingsdreieck aus Sternen, die auch an einem aufgehellten Stadthimmel gut zu sehen sind.
Ein gut sichtbares kleines Sternbild, das sich unterhalb der Jungfrau findet, ist der Rabe, dessen Sternenviereck oberhalb der langgezogenen Wasserschlange recht leicht zu finden ist.
Erst nach Mitternacht machen sich im Osten sommerliche Sternbilder wie Herkules, Leier, Schwan und Adler bemerkbar.
Die Venus baut ihre Sichtbarkeit als „Abendstern“ im April aus. Mitte des Monats geht der sonnennähere Nachbarplanet der Erde gegen 22:45 Uhr unter – mehr als zwei Stunden nach der Sonne. Sogar eine Stunde nach Sonnenuntergang, wenn der Himmel schon recht dunkel ist, steht die Venus noch gut 10° über dem westlichen Horizont.
Das Venusscheibchen erscheint im Teleskop noch klein und rundlich. Es wird zu gut 90% von der Sonne beleuchtet. Im Laufe der nächsten Monate liegt dann ein immer geringerer Teil der Venusoberfläche von der Erde aus gesehen im Sonnenlicht: Das Scheibchen wird zu einer Sichel, die aber wegen des geringeren Abstands zur Erde deutlich größer als das fast ganz beleuchtete Scheibchen, das im April zu sehen ist, erscheint.
Am Abendhimmel im April ist der größte aller Planeten, der Jupiter, noch gut sichtbar. Der Gasriese, der den etwa 11-fachen Durchmesser unserer Erde hat und in gut fünffacher Erdentfernung um die Sonne kreist, steht um 22:00 Uhr noch bequeme 46° hoch über dem Horizont im Südwesten. Der Riesenplanet wandert durch das Sternbild Zwillinge. Mitte April verschwindet er erst nach 3 Uhr unter dem Horizont, ist also den gesamten Monat über noch gut beobachtbar.
Die Planeten Saturn, Mars und Merkur stehen so nah bei der Sonne am Morgenhimmel, dass sie Mitte April nur weniger als eine halbe Stunde vor der Sonne aufgehen. Obwohl der Merkur am 4. April seinen größten westlichen Winkelabstand von der Sonne erreicht, kann man ihn auch dann nicht sehen: Eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang sitzt er fast genau auf dem Horizont. Die Sichtbarkeit aller drei Planeten leidet darunter, dass am Morgen im April die Ekliptik sehr flach zum Horizont steht. Die Planeten gewinnen daher nur langsam an Höhe und bleiben unsichtbar.