Der aktuelle Sternenhimmel

 

Sternkarte Februar 2023

Der Sternenhimmel Mitte Februar

Der Februar ist zwar noch ein echter Wintermonat, die Tage werden aber merklich länger. Der Unterschied macht über den gesamten Monat hinweg mehr als 1 ½ Stunden aus. Ende des Monats geht die Sonne erst nach 18:00 Uhr unter.

Gegen 21:00 Uhr sieht der Sternenhimmel noch ausgesprochen winterlich aus: Die Wintersternbilder mit ihren zahlreichen hellen Sternen stehen hoch im Süden. Das Wintersechseck aus den hellsten Sternen der Sternbilder Orion, Stier, Fuhrmann, Zwillinge, Kleiner und Großer Hund ist optimal zu sehen. Da der Abend sicherlich eher zur Sternenbeobachtung einlädt als die Zeit nach Mitternacht, ist der Februar daher eine gute Zeit zum Kennenlernen dieses großen und auffälligen Sternenmusters.

Die Deichsel des Großen Wagens, Teil des größeren Sternbilds Große Bärin, steht am Abend fast senkrecht zum nordöstlichen Horizont. Der Himmelswagen klettert im Laufe der Nacht immer höher und steht gegen Mitternacht etwa 70° hoch. Auch die Tierkreissternbilder Krebs und Löwe tauchen als Vorfrühlingsboten bereits am Abend im Osten auf. Der Krebs ist recht unauffällig, während man die beide Sternentrapeze des Löwen unterhalb des Großen Wagens recht leicht finden kann.

Am frühen Abend macht sich am tief im Westen die Venus bemerkbar, die ihre Sichtbarkeitsperiode als Abend“stern“ beginnt. Natürlich ist die Venus in Wirklichkeit kein Stern, sondern ein Planet, der innerhalb der Erdbahn die Sonne umkreist. Daher ist sie abwechselnd am Morgenhimmel und am Abendhimmel sichtbar, je nachdem auf welcher Seite der Sonne sie steht. Sie ist zwar das hellste Objekt am Nachthimmel nach dem Mond, geht aber im Februar schon gegen 20:00 Uhr unter und erreicht keine große Höhe über dem Horizont.

Der Riesenplanet Jupiter ist zwar nicht ganz so hell wie die Venus, aber dafür Anfang Februar im Sternbild Fische noch bis etwa 22:00 Uhr sichtbar. Auch er ist heller als alle Sterne. Im Laufe des Monats können aufmerksame Beobachter verfolgen, wie Venus und Jupiter sich immer näherkommen. Am Monatsende zieht die schnellere Venus dann knapp nördlich am Jupiter vorbei.

Der rötliche Mars vervollständigt den Planetenreigen am Abendhimmel. Er steht gegen 21:00 Uhr hoch im Süden und geht erst gegen 4:00 Uhr unter. Der Mars ist allerdings nur noch ein wenig heller als der ebenfalls rötliche Aldebaran, der hellste Stern des Sternbilds Stier, der nicht weit ihm entfernt steht. Der Mars entfernt sich seit Dezember letzten Jahres wieder von der Erde, was zu einer deutlichen Abnahme seiner Helligkeit führt.  

 

Highlight des Monats:
Das Sternbild Kleiner Hund

Der Kleine Hund in einer Darstellung von Johannes Bayer
Foto: Public Domain
 

Das Sternbild Kleiner Hund gehört zum auffälligen Wintersechseck. An einem Februarabend steht es sehr gut sichtbar hoch im Süden. Es ist eines der 48 klassischen Sternbilder, die schon Claudius Ptolemäus vor beinahe 2.000 Jahren beschrieb. Dennoch ist der Kleine Hund weit weniger bekannt als etwa der Orion oder der Stier. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass das Sternbild zu den kleineren gehört und nur einen einzigen hellen Stern besitzt, der dafür aber umso bemerkenswerter ist.

 

Ikarios von Athen, sagenhafter Herr des Kleinen Hundes.
Foto: Mosaik aus dem 3. Jahrhundert, Paphos, Zypern (Public Domain)
 

Der Kleine und der benachbarter Große Hund werden oft als die Jagdhunde des Orion dargestellt, die dem Himmeljäger folgen. In der antiken Sagenwelt ranken sich aber auch viele andere Geschichten um das Sternbild. Eine davon erzählt vom Athener Ikarios, der ein Gefolgsmann des Gottes Dionysos war und von ihm die Herstellung von Wein erlernte. Er gab das Getränk einer Gruppe von Hirten, die im Rausch und im Glauben, vergiftet worden zu sein, Ikarios erschlugen. Sein Hund Maera führte seine Tochter zu der Leiche – und aus Verzweiflung über den Tod des Ikarios nahmen beide sich das Leben. Zeus versetzte die verzweifelte Tochter und den treuen Hund an den Himmel, wo sie noch heute als Jungfrau und Kleiner Hund zu sehen sind.

Für den Hund sorgte der Göttervater sogar in ganz besonderer Weise: Er platzierte ihm am Rande der Milchstraße, die für die Völker der Antike ein himmlischer Fluss war. So hatte der Kleine Hund immer genügend zu trinken und musste nie wieder Durst leiden.  

 

Der helle Procyon überstrahlt seinen Begleiter, einen kleinen Weißen Zwergstern.
Foto: Guiseppe Donatiello, frei unter Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication
 

Auch der Name des sehr auffälligen einzigen hellen Sternes des Sternbildes, Procyon, weist auf den Zusammenhang mit einem Hund hin: Er bedeutet „Vorhund“ und deutet an, dass der Kleine Hund immer vor dem Großen Hund am Himmel erscheint.

Der Procyon gehört zu den hellsten Sternen am gesamten Himmel. Heute wissen wir, dass er mit einer Entfernung von nur gut elf Lichtjahren auch zu den fünfzehn Sternen gehört, die der Sonne und der Erde nächsten sind. Von Bochum aus ist er sogar der der viertnächste Stern, den wir mit dem bloßen Auge sehen können.

Der Procyon ist etwa anderthalbmal schwerer als unsere Sonne und knapp sieben Mal so leuchtkräftig. Und noch etwas zeichnet ihn aus: Er wird von einem kaum mehr als erdgroßen Weißen Zwergstern begleitet. Dieser Stern ist heute nur noch weniger als ein Tausendstel so hell wie die Sonne. Vor sehr langer Zeit strahlte er aber weit heller als Procyon heute. Dann, nach einigen hundert Millionen Jahren, war sein Brennstoff verbraucht und er verlor den größten Teil seiner Gashülle. Nun kühlt er schon seit über einer Milliarde Jahren ganz langsam immer weiter ab und ist nur noch in größeren Fernrohren zu sehen.