Im oft noch hochsommerlich warmen August laden die wieder länger werdenden Nächte zur Betrachtung des Sternenhimmels ein. Im Laufe des Monats nimmt ihre Dauer in Bochum um eine Stunde und 48 Minuten zu – das ist sehr deutlich zu bemerken. Während die Sonne am 1. August gegen 21:19 Uhr untergeht, verschwindet sie am 31. bereits eine ganze Stunde eher, um 20:19 Uhr, unter dem Horizont. Dann steht die Sonne schon 10 Stunden und 23 Minuten unter dem Horizont, während es zu Monatsbeginn nur 8 Stunden und 35 Minuten waren.
Der Abendhimmel
Am Abendhimmel ist im August nur ein Planet zu sehen. Das ist die helle Venus, die noch als Abend“stern“ sichtbar ist. Sie geht Mitte des Monat allerdings schon um kurz nach 22 Uhr unter, nur eine gute Stunde nach der Sonne. Eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang, in der noch hellen Dämmerung, steht die Venus nur noch knapp 6° über dem westlichen Horizont. Sie erreicht dann zwar ihren größten östlichen Winkelabstand von der Sonne – das hilft der Sichtbarkeit aber nicht, denn sie wandert gleichzeitig immer weiter nach Süden und geht daher immer eher unter. Da die Venus aber sehr hell ist, kann man sie auch in der Dämmerung finden, deutlich bevor die ersten Sterne sichtbar werden.
Nach Dämmerungsende zeigt sich der Himmel sommerlich: Der Große Wagen, Rücken und Schwanz der größeren Großen Bärin, findet sich recht hoch im Nordwesten. Schwan, Leier und Adler stehen gegen 23:00 Uhr hoch im Süden. Sogar aus der Stadt kann man das große Sommerdreieck, das von den drei hellsten Sterne dieser Sternbilder gebildet wird, leicht erkennen.
Auch die nördliche Krone und der Herkules, die sich westlich an das Sommerdreieck anschließen, sind im Südwesten gut zu sehen. Der kleine, aber markante Delfin ist ebenfalls recht leicht zu finden. Er steht östlich von Schwan und Adler. Unterhalb des Adlers, nah am Horizont, ist der Schütze sichtbar, und westlich davon der Skorpion. Der Schlangenträger, der zwischen diesen beiden Tierkreissternbildern steht, ist dagegen eher unbekannt und trotz seiner Größe recht unauffällig.
Sternschnuppen bei Neumond
Der August ist der Monat, in dem die Sternschnuppen des berühmten Stroms der Perseiden aktiv sind. Einzelne Perseiden sind schon ab Ende Juli und bis zum bis 24. August sichtbar, aber ein deutliches Maximum liegt in der Nacht vom 12. auf den 13. August, mit einer Spitze der Intensität nach Mitternacht. Auch in der Nacht davor und danach kann man mit einem sichtbar erhöhten Aufkommen an Sternschnuppen rechnen. Hinter den Sternschnuppen, auch Meteore genannt, verbergen sich kleine, meist nur Millimeter messende, Staubkörner. Mit fast 60 Kilometern pro Sekunde treten sie in die Erdatmosphäre ein und bringen die Luft in einer Höhe von etwa 80 Kilometern zum Leuchten. Der Komet Swift-Tuttle, der auf seinem 130 Jahre dauernden Umlauf um die Sonne 1992 zuletzt in Sonnennähe war, hat sie auf seiner Bahn hinterlassen.
Beobachter, die eine vielleicht warme Augustnacht zum Meteor-Schauen nutzen wollen, haben in diesem Jahr sehr gute Bedingungen, denn das Maximum fällt mit dem Neumond zusammen, der uns am Abend des 12. August auch eine Sonnenfinsternis beschert (siehe Highlight des Monats). Die Meteore können am gesamten Himmel auftauchen. Wenn man ihre Spuren verlängert, treffen sie sich alle in einem Punkt, „Radiant“ genannt, im Sternbild Perseus – so kommen die Perseiden zu ihrem Namen. Wichtig ist vor allem, einen dunklen Ort möglichst weit weg vom Straßenlampen und Stadtlicht zu finden. Gegen 23 Uhr kann die Beobachtung beginnen, aber die beste Zeit liegt deutlich nach Mitternacht, wenn das Sternbild Perseus höher über dem Horizont steht. Dann kann man auf einige Dutzend Sternschnuppen pro Stunde hoffen. Die oft genannte Zahl von 100 pro Stunde ist eher theoretisch und in der Praxis nicht erreichbar.
Sterne und Planeten am Morgenhimmel
Gegen 22:30 Uhr geht der Ringplanet Saturn im Sternbild Fische auf. Am Morgen gegen 4 Uhr steht der sonnenfernste Planet, den wir noch mit dem bloßen Auge sehen können, dann schon hoch im Süden. Anfang Oktober wird er der Sonne von der Erde aus gesehen genau gegenüberstehen und die ganze Nacht sichtbar sein.
Die Sternbilder des Sommers sind Mitte August vor Beginn der Morgendämmerung schon weit in den Westen gerückt. Hoch am Himmel stehen jetzt neben den Fischen mit dem Saturn und dem Perseus auch der Pegasus, die Kassiopeia und die Andromeda, die uns durch eine Herbstnacht begleiten. Im Osten erscheinen bereits Fuhrmann, Stier und Zwillinge, die wir im Winter am besten sehen.
In den Zwillingen geht gegen 2 Uhr ein recht helles orange-rotes Objekt auf, das etwa so hell wie die beiden hellsten Sterne des Sternbilds, Castor und Pollux, ist. Das ist der Planet Mars, der gegen 4 Uhr schon mehr als 15° hoch am Osthimmel steht. Im Fernrohr ist das Scheibchen des Planeten mit knapp 5‘‘ noch sehr klein – aber die Sichtbarkeitsperiode des „Roten Planeten“ hat begonnen.
Frühaufsteher können um den 8. August herum einige Tage lang den innersten Planeten Merkur am Morgenhimmel erspähen. Dann erscheint der kleinste und sonnennächste aller Planeten um 4:28 Uhr über dem Horizont, immerhin mehr als 1 ½ Stunden vor der Sonne. 45 Minuten vor Sonnenaufgang steht der Merkur immerhin noch 6° hoch.
Am Monatsende macht sich auch der Riesenplanet Jupiter am Morgenhimmel bemerkbar. Er geht dann gegen 4:30 Uhr auf, etwa zwei Stunden vor der Sonne.
Eine partielle Mondfinsternis
Nicht nur eine Sonnenfinsternis hält der August bereit: Beim nächsten Vollmond ist – wie es häufig der Fall ist – die Geometrie von Sonne, Erde und Mond noch passend genug, um eine Mondfinsternis zu ermöglichen. Am Morgen des 28. August zwischen 4:33 Uhr und dem Monduntergang um 6:45 Uhr, lässt sie sich von Bochum aus beobachten.
Im Gegensatz zur Sonnenfinsternis, die in einem schmalen Streifen zum Beispiel über Spanien total ist, bleibt die Mondfinsternis überall partiell: Der Mond tritt nicht komplett in der Erdschatten ein. Aber viel fehlt nicht: 93% des Durchmessers des Mondes und sogar 96% seiner Fläche liegen im Schatten der Erde.
Dennoch wird es wohl nicht möglich sein, den am tiefsten im Erdschatten liegenden Teil des Mondes als kupferrot wahrzunehmen. Zum einen ist die schmale Sichel am Mondrand, die im Sonnenlicht bleibt, zu hell. Zum anderen steht der Mond über Bochum zum Zeitpunkt der maximalen Verfinsterung um 6:12 Uhr nur noch 4° hoch. Man braucht also einen sehr guten Westhorizont, um die Finsternis überhaupt zu sehen. Die maximale Verfinsterung findet bereits in der hellen Morgendämmerung statt, denn um 6:37 Uhr geht die Sonne auf. Wenn die Finsternis um 7:51 Uhr endet, ist der Mond längst untergegangen.