Der aktuelle Sternenhimmel


Sternkarte Herbst 2020 


Der Sternenhimmel Mitte Oktober

Der Oktober ist der klassische Herbstmonat, der uns hoffentlich mit „goldenen“ Tagen und klaren Nächten verwöhnt. Diese Nächte sind nun wieder länger als die Tage und laden zur Beobachtung der Herbststernbilder ein.

Am frühen Abend sind im Südwesten noch die beiden Riesenplaneten Jupiter und Saturn zu sehen. Der größte aller Planeten im Sonnensystem, der Jupiter, verschwindet Mitte des Monats um kurz nach 23:00 Uhr unter dem Horizont. Sein nur wenig kleinerer Bruder Saturn folgt etwa eine halbe Stunde später.

Im Zentrum der Himmelbühne steht das Sternbild Pegasus, manchmal auch als „Herbstquadrat“ bezeichnet. Die vier Sterne des Quadrats sind beinahe gleich hell und auch unter Großstadt-Bedingungen gut zu sehen. Wenn man die rechte – oder westliche – Seite des Pegasus nach unten verlängert, stößt man nur knapp 10° über dem Horizont auf einen einzelnen hellen Stern. Das ist Fomalhaut im unauffälligen Sternbild Südlicher Fisch, nur 25 Lichtjahre von der Erde entfernt und einer der hellsten Sterne an unserem Himmel.

Der Stern an der linken oberen Ecke des Pegasus gehört genau genommen gar nicht mehr zu diesem Sternbild: Er ist der hellste Stern im Sternbild Andromeda, dessen Sternenkette man in Richtung Osten verfolgen kann. An die Andromeda schließt sich der Perseus an. Oberhalb dieser beiden Sternbilder findet sich des einprägsame Himmels-W der Cassiopeia. In der griechischen Sagenwelt ist Andromeda eine Prinzessin und die Tochter der Cassiopeia. Der Held Perseus rettet die Prinzessin in der Sage aus großer Gefahr. Unterhalb von Andromeda und Pegasus liegt das Tierkreissternbild der Fische. Und dort leuchtet hell und unübersehbar unserer äußerer Nachbarplanet, der rötliche Mars.

Der Große Wagen steht an einem Oktoberabend recht tief im Norden und eignet sich nicht ganz so gut wie in anderen Jahreszeiten als Himmelswegweiser. Zum Finden der Nordrichtung kann man aber auch die Cassiopeia verwenden: Wenn man das Himmels-W in der Mitte teilt, gelangt man ebenfalls zum Polarstern.

Wer am frühen Morgen zum Himmel schaut, sieht dort schon die Sternbilder des Winters, darunter den Himmelsjäger Orion und den großen Hund mit dem hellen Stern Sirius. Vor allem fällt aber im Osten die Venus auf, die als leuchtender Morgenstern mehr als drei Stunden vor der Sonne aufgeht und erst in der Morgendämmerung verblasst.  

 

Highlight des Monats
Optimal zu sehen: Der Mars

Der Planet Mars ist im Oktober der unbestrittene „Star“ am Nachthimmel. Der „Rote Planet“ ist mitten in der Nacht – nach dem Mond natürlich – das hellste Objekt am Himmel. Der Mars geht bei Sonnenuntergang auf und erst bei Sonnenaufgang wieder unter, ist also die gesamte Nacht über zu sehen. Seine orange-rote Farbe identifiziert ihn eindeutig auch für nur gelegentliche Himmelsbeobachter. Von der Erde aus gesehen steht der Mars am 14. Oktober genau gegenüber der Sonne, in „Opposition“. Da die Marsbahn elliptisch ist, wird die erdnächste Stellung schon einige Tage eher, am 6. Oktober, erreicht. Die Entfernung Erde-Mars beträgt dann zwar immer noch rund 62 Millionen Kilometer, aber sogar ein kleines Teleskop zeigt schon Strukturen auf der Oberfläche des Planeten.

Unser äußerer Nachbarplanet, der Mars, ist im Oktober optimal zu sehen
Foto: NASA (NASA Mars Global Surveyor, frei verwendbar)

Eine kleine Flotte von drei Raumsonden nutzt die günstige Position des Mars und hat sich schon im Juli auf den Weg zu unserem äußeren Nachbarplaneten gemacht. Der NASA-Rover „Perseverance“ (zu Deutsch: „Beharrlichkeit“ oder „Ausdauer“) soll unter anderem Steine einsammeln und nicht nur vor Ort analysieren, sondern auch für eine mögliche spätere Rückholmission aufbewahren. Die Vereinigten Arabischen Emirate schicken gemeinsam mit einer Reihe von amerikanischen Universitäten einen Mars-Wettersatelliten auf die Reise. Und China ist mit einer kombinierten Mission aus einem Orbiter und einem Rover zum Roten Planeten unterwegs. Die drei Sonden brauchen etwa sieben Monate bis zum Mars. Sie sollen ihr Ziel im Februar 2021 erreichen und dann hoffentlich erfolgreich ihre Arbeit aufnehmen.