Der aktuelle Sternenhimmel

Der Sternenhimmel Mitte Februar

 

Sternkarte Februar 2026

Der Februar kann zwar noch recht winterlich sein, aber über den Monat hinweg ist deutlich zu bemerken, dass die Tage länger werden. Steht die Sonne Anfang des Monats nur gut 9 Stunden über dem Horizont, sind es am 28. Februar schon fast 11 Stunden. Genau 100 Minuten oder eine Stunde und 40 Minuten macht der Unterschied in Bochum aus. Ende des Monats, wenn die Sonne um kurz nach 18 Uhr untergeht, ist es gegen 19:30 Uhr ganz dunkel geworden – auch dann bleibt noch viel Zeit für den Blick zum Sternenhimmel.

Das bei weitem hellste „sternförmige“ Objekt am Himmel am Abend ist der Jupiter. Der helle Riesenplanet steht gegen 21 Uhr steht der größte Planet im Sonnensystem fast 60° hoch im Süden im Sternbild Zwillinge. Erst nach 6:00 Uhr morgens verschwindet er unter dem Horizont und bildet den gesamten Februar über den Glanzpunkt am Nachthimmel.

Der Ringplanet Saturn, doppelt so weit von der Erde entfernt als der Jupiter, geht dagegen Mitte Februar schon vor 21:00 Uhr unter. Seine Sichtbarkeit geht langsam zu Ende und er ist nicht mehr sehr auffällig.

Dafür gibt es Mitte Februar eine abendliche Sichtbarkeit des sonnennächsten Planeten Merkur, den die meisten Menschen noch nie selbst mit dem bloßen Auge gesehen haben. Tief im Westen kann man in der Dämmerung gegen 18:30 Uhr auf Merkursuche gehen. Dann sind seit Sonnenuntergang etwa 45 Minuten vergangen und der Merkur steht immerhin noch 8° hoch. Etwa zwischen dem 12. und 19. Februar kann man mit Aussicht auf Erfolg versuchen, den Merkur zu finden, am besten zunächst mit einem Fernglas.

Der schnellste aller Planeten ist zwar deutlich heller als der Saturn, steht aber auch viel näher am Horizont. Sehr viel heller und Mitte Februar fast genau unter dem Merkur zu finden ist die Venus, die aber Mitte Februar schon um kurz nach 18:30 Uhr untergeht. Ende des Monats zieht der helle innere Nachbarplanet der Erde am Merkur vorbei, der dann schon lange nicht mehr hell genug ist, um mit dem bloßen Auge gesehen zu werden.

Die Venus dagegen baut über die nächsten Monate ihre Abendsichtbarkeit weiter aus und wird im Laufe des Frühjahrs immer auffälliger.

Am Abend gegen 20:00 Uhr oder 21:00 Uhr sind im Februar die Sternbilder des Winterhimmels besonders gut zu sehen: Sie erreichen dann im Süden ihre größte Höhe. Da die meisten Menschen eher am Abend als mitten in der Nacht zum Himmel schauen, eignet sich der Februar für das Kennenlernen der Sternbilder, die uns durch eine Winternacht begleiten, sogar besonders gut.

Sechs Sterne, einer für jedes der bekanntesten Sternbilder, bilden ein großes Sechseck, das wir „Wintersechseck“ nennen.

Fast genau im Süden sieht man das wohl auffälligste dieser Sternbilder: den großen Himmelsjäger Orion. Seine Schultersterne, die drei Gürtelsterne und auch die Fußsterne sind alle hell genug, um auch aus der Stadt gesehen zu werden. Etwas höher steht der Stier mit dem rötlichen Aldebaran und dem bekanntesten aller Sternhaufen, den Plejaden, die auch als „Siebengestirn“ bekannt sind. Noch höher am Himmel findet sich der Fuhrmann mit dem hellen Stern Capella. Pollux in den Zwillingen, Procyon im Kleinen Hund und Sirius im Großen Hund, der hellste Stern am gesamten Himmel, komplettieren das Sechseck.

Wer am Morgen gegen 4:00 Uhr zum Himmel blickt, sieht einen völlig veränderten Anblick des Sternenhimmels. Die meisten der Wintersternbilder sind schon untergegangen. Im Osten und Süden werden sie von den Sternbildern des Frühjahrs abgelöst, die mit fortschreitender Nacht ins Zentrum der Himmelsbühne rücken. Die markante Figur des Löwen und auch der helle Stern Arktur im Bärenhüter sind schon im Süden zu finden. Darüber steht hoch am Himmel der Große Wagen, der Rücken und Schwanz des größeren Sternbilds Große Bärin bildet.

 

Highlights des Monats:
Der Kleine Hund und sein hellster Stern

Unter den auffälligen Sternbildern des Wintersechsecks ist der Kleine Hund das, das wohl am wenigsten beachtet wird. Das dürfte daran liegen, dass seine Fläche nur den Rang 71 unter 88 Sternbildern einnimmt. Der Kleine Hund (lateinisch „Canis Minor“) gehört trotzdem zu den 48 Sternbildern der antiken griechischen Astronomie, die bereits von Claudius Ptolemäus beschrieben wurden und auch in weit älteren babylonischen Traditionen schon erwähnt werden.

Der kleine Hund in einer Darstellung aus der Uranographia von Johann Bode (1801).
Der kleine Hund Uranographia
Foto: Alessio Govi, CC SA-3.0 unported Lizenz

Er wurde von den Griechen als Jagdhund betrachtet und meist – zusammen mit dem Großen Hund - dem Jäger Orion zugeordnet.

Das Sternbild enthält nur zwei Sterne, die auch am Stadthimmel mit dem bloßen Auge sichtbar sind. Einer davon ist allerdings sehr bemerkenswert: Das ist Procyon, der zum Wintersechseck gehört. Er ist der achthellste Stern am gesamten Himmel und die Nummer sechs unter allen Sternen, die von Deutschland aus sichtbar sind. Im Wintersechseck sind Sirius, der hellste Stern am gesamten Himmel, Capella im Fuhrmann und Rigel im Orion heller.

Procyon
Foto: Richard Powell, CC SA-2.5 Generic Lizenz
 

Der Name Procyon lässt sich leicht auf das griechische „Prokyon“ zurückführen, was „vor dem Hund“ bedeutet. Dies bezieht sich auf den helleren Sirius im Großen Hund, dem der Procyon am Himmel „vorausgeht“ – er geht vor dem Sirius auf. Aber Procyon wird auch in einer eigenen Sternengeschichte gewürdigt: Danach gehörte der Hund Ikarios von Athen. Als der Hund den Tod seines Herrn entdeckte, nahmen sich sowohl er als auch Ikarios’ Tochter Erigone das Leben. Sie wurden daraufhin an den Himmel versetzt. Der Hund fand als Belohnung für seine Treue einen Platz an den „Ufern“ der Milchstraße, in der Sage ein himmlischer Fluss, wo er niemals unter Durst leiden musste.

Was für ein Stern ist der helle Procyon? Zunächst fällt seine (für einen Stern) Nähe zur Sonne und Erde auf. Unter den Milliarden Sternen der Milchstraße ist er mit einer Entfernung von nur gut elf Lichtjahren der fünfzehntnächste. Von diesen fünfzehn Sternen sind aber nur fünf, darunter der nur knapp neun Lichtjahre entfernte Sirius, mit dem bloßen Auge sichtbar, und von diesen fünf nur vier aus Deutschland. Die anderen zehn Sterne sind trotz ihrer Nähe zu lichtschwach.

Das Procyon-System besteht aus zwei Sternen. Der weitaus hellere hat die siebenfache Leuchtkraft und eineinhalb-fache Masse der Sonne, ist etwas heißer als sie und leuchtet weißlich. Der zweite Stern ist ein Weißer Zwerg mit etwas mehr als einer halben Sonnenmasse und weniger als einem Tausendstel ihrer Leuchtkraft. Die beiden Sterne umkreisen sich einmal in etwa vierzig Jahren.