Anfang November geht die Sonne schon kurz nach 17 Uhr unter (am 1. November um 17:04 Uhr) – und Ende November sogar noch mehr als eine halbe Stunde eher (am 30. 11. um 16:26 Uhr). Damit hat für uns die „dunkle Jahreszeit“ begonnen. Die Sonne steht Ende des Monat 15 Stunden und 38 Minuten unter dem Horizont. Sterne kann man also schon am frühen Abend sehen, und das könnte eine gute Motivation sein, nach oben zum Himmel zu schauen.
Der Abendhimmel
Am Abend ist das Sommerdreieck mit den hellen Sternen Deneb im Schwan, Vega in der Leier und Atair im Adler zumindest vor etwa 22 Uhr im Westen noch gut zu sehen. Das Zentrum der Himmelsbühne im Süden gehört aber den Herbststernbildern. Der Pegasus, in der Sage ein fliegendes Pferd, am Himmel aber ein großes und auffälliges Quadrat, steht gegen 21:00 Uhr hoch im Süden. Dieses „Herbstquadrat“ ist auch aus der Stadt leicht zu finden. Daran schließen sich die Sternenkette der Andromeda und der Perseus an. Noch höher, fast im Zenit, steht das bekannte Himmels-W, das Sternbild Kassiopeia, und etwas weiter nördlich der Kepheus.
Den Große Wagen, der zum größeren Sternbild Große Bärin gehört, muss man dagegen ein wenig suchen. Knapp über dem nördlichen Horizont wird man fündig. Der Große Wagen geht zwar in Bochum nie unter, aber an einem Novemberabend steht er in der tiefsten möglichen Position, nur knapp 20° über dem Horizont.
Im Osten zeigen sich schon die ersten der Sternbilder, die uns durch eine Winternacht begleiten: Stier, Fuhrmann, Zwillinge und der größte Teil des Orion sind gegen 21:00 Uhr bereits aufgegangen. Um 23 Uhr ist auch der hellste Stern am gesamten Himmel, der Sirius im Sternbild Großer Hund, schon über den Horizont geklettert.
In diesem November ist am Abend der Ringplanet Saturn optimal zu sehen. Gegen 21 Uhr steht er genau unter dem Pegasus und den Fische jenseits der Nordgrenze des Sternbilds Cetus (auch als „Walfisch“ bekannt) etwa 39° hoch. Erst gegen 3:30 Uhr geht der Ringplanet, der zehnmal weiter von der Sonne entfernt ist als die Erde, unter. Er ist deutlich heller als die Sterne in seiner Umgebung und leicht zu entdecken. Die Durchmesser der Ringe beträgt zwar über 100.000 Kilometer, aber die Schicht aus Eisbrocken ist nur etwa 100 Meter dick. Im November blicken wir unter einem Winkel von gut 6° auf die Ringe. Damit sind sie recht schmal, tragen aber durch ihr hohes Reflexionsvermögen schon merklich zur Gesamthelligkeit des Saturn bei. Vor im vorigen Jahr, als wir fast genau auf die Kante der Ringe geschaut haben, war der Saturn weniger auffällig. Bis 2030 wird die Helligkeit sich von Jahr zu Jahr weiter erhöhen, weil die Ringe immer weiter geöffnet sind.
Viele Planeten am Morgenhimmel
Gegen 2 Uhr stehen die Wintersternbilder hoch im Süden. Im Osten ist schon der Löwe, das erste der Sternbilder, die uns durch eine Frühlingsnacht begleiten, aufgegangen. Dort finden sich nah beieinander zwei Planeten, die im November am Himmel einen himmlischen Tanz aufführen: Der Mars und der Jupiter – mehr dazu im Highlight des Monats.
Vor Beginn der Morgendämmerung hat der Große Wagen nach seinem tiefen Stand am Abend wieder eine Höhe von über 70° erreicht. Im Osten stehen auch die Frühlingssternbilder Bärenhüter und Jungfrau über dem Horizont.
In der Jungfrau beginnt die Venus, der innere Nachbarplanet der Erde und der hellste aller Planeten, ihre Morgensichtbarkeit. Mitte November geht sie um 5:00 Uhr auf und steht etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang, um kurz vor 7 Uhr, schon 14° hoch. Da die Venus im letzten Monat zwischen Erde und Sonne stand, zeigt sie sich im Teleskop als große, schmale Sichel: Das Scheibchen ist nur zu 15% beleuchtet und misst 50‘‘.
Der innerste Planet Merkur steht am 4. November zwischen der Erde und der Sonne am Taghimmel. Er entfernt sich aber am Himmel schnell von der Sonne und erreicht schon am 21. November seinen größten westlichen Winkelabstand von ihr. Damit ist er in der zweiten Novemberhälfte, etwa in der Zeit vom 16. bis 26. November, am Morgenhimmel sichtbar. Am 21. November geht der Merkur fast genau um 6 Uhr auf. Die Sonne folgt knapp 2 Stunden später, um 7:58 Uhr. Eine Stunde vor Sonnenaufgang, gegen 7 Uhr, steht der Merkur immerhin knapp 8° hoch, etwa 6° unterhalb der viel helleren Venus.
Gemeinsam mit Mars und Jupiter, die im Löwen ein auffälliges Paar bilden, sind um den 20. November herum vor Anbruch der Morgendämmerung sogar vier Planeten gemeinsam am Himmel zu sehen.
Ein erdnaher Vollmond
Am Dienstag, dem 24. November, ist Vollmond. Der Mond steht in der Nähe der Plejaden, des kannten Sternhaufens, im Stier die ganze Nacht am Himmel und erreicht um 0:37 Uhr seinen höchsten Stand. Dann steht er mit 64° sehr hoch am Himmel. In der Vollmondnacht ist er knapp weniger als 360.000 Kilometer von der Erde entfernt. Damit ist er nach mancher Definition ein „Supermond“, ein Vollmond, der besonders groß erscheint, weil er der Erde deutlich näher ist als der Durchschnittswert von 380.000 Kilometern. Auch die Vollmonde im Dezember und im Januar werden ähnlich erdnah und damit groß sein.