Der März ist der erste Frühlingsmonat – meteorologisch beginnt der Frühling schon am 1. März, astronomisch aber erst exakt um 15:46 Uhr mitteleuropäischer Zeit am 20. März. Genau dann überschreitet der Mittelpunkt der Sonne den Himmelsäquator von Süden nach Norden. Das ist der Zeitpunkt der Tag- und Nachtgleiche: Ab jetzt sind auf der Nordhalbkugel die Tage wieder länger als die Nächte. Am letzten Märzwochenende beginnt dann die Sommerzeit: In der Nacht vom 28. auf den 29. März werden die Uhren um eine Stunde, von 2 Uhr auf 3 Uhr, vorgestellt.
Auch der Sternenhimmel präsentiert sich zunehmend frühlingshaft. Im Südwesten und Westen sind aber am Abend die Wintersternbilder noch gut sichtbar, darunter der Stier, der Fuhrmann, der Orion und die Zwillinge, die erst gegen drei Uhr unter den Horizont tauchen. Selbst der Sirius, der hellste Stern am ganzen Himmel und der südlichste Stern des Wintersechsecks, verabschiedet sich erst gegen Mitternacht von der Himmelsbühne.
Den Ringplaneten Saturn kann man nur noch in den ersten Märztagen am Himmel aufspüren. Die viel hellere Venus überholt ihn am 8. März, und schon am 25. März steht er hinter der Sonne am Taghimmel.
Dafür nimmt aber im März die Abendsichtbarkeit der Venus langsam Fahrt auf. Unser innerer, das heißt der Sonne näherer, Nachbarplanet war schon Ende Februar bei gutem Westhorizont in der Dämmerung mit dem bloßen Auge sichtbar. Im Laufe des März verbessern sich die Sichtbarkeitsbedingungen: Am 15. März geht die Sonne über Bochum um 18:35 Uhr unter, die Venus folgt um 20:03 Uhr. Am 31. März verschwindet die Sonne erst um 20:02 Uhr (Sommerzeit!) unter dem Horizont, die Venus um 21:55 Uhr. Die Venus hat also gegenüber der Sonne etwa eine halbe Stunde an Sichtbarkeit „gewonnen“. Eine Stunde nach Sonnenuntergang steht sie dann immerhin noch fast 8° über dem Horizont.
Im Teleskop sieht man, dass die Venus noch klein und rundlich ist. Sie kommt gerade erst hinter der Sonne hervor und ist noch weit von der Erde entfernt. Dafür liegt ihre Oberfläche – oder besser: undurchdringliche Wolkendecke – von der Erde aus gesehen noch beinahe komplett im Sonnenlicht. Das Planeten-Scheibchen ist Mitte März noch zu 96% beleuchtet. Über die nächsten Monate nimmt dieser Beleuchtungsgrad ab. Dafür kommt uns die Venus aber näher und erscheint größer. Da die Venuswolken sehr viel Sonnenlicht reflektieren, ist die Venus immer der hellste aller Planeten und auch schon in der Dämmerung sichtbar.
Gegen 22 Uhr ist es längst ganz dunkel geworden. „Star“ am Nachthimmel ist dann der Jupiter, der größte aller Planeten, der am Himmel der zweithellste Planet nach der viel näheren Venus ist. Der Riesenplanet, in dem man an die 1.200 Erden unterbringen könnte, wandert langsam durch die Zwillinge. Erst gegen 4 Uhr geht er unter.
Am späten Abend steht der Große Wagen, der Rücken und Schwanz des größeren Sternbilds Große Bärin bildet, schon hoch am Himmel. Darunter findet man das vielleicht auffälligste der klassischen Sternbilder des Frühjahrs, den Löwen. Tiefer im Osten gehen auch der Bärenhüter und die Jungfrau auf. Gegen Mitternacht stehen diese Sternbilder dann hoch im Süden. Ihre drei hellsten Sterne, Regulus im Löwen, Arktur im Bärenhüter und Spica in der Jungfrau, bilden das Frühlingsdreieck.
In der zweiten Nachthälfte erscheinen im Osten schon die Sternbilder über dem Horizont, die uns durch eine Sommernacht begleiten. Die Nördliche Krone und der Herkules stehen gegen 4 Uhr im Süden, und auch das Sommerdreieck mit den hellsten Sternen der Sternbilder Schwan, Leier und Adler ist über dem Osthorizont schon gut sichtbar.