Der aktuelle Sternenhimmel

  1. Mai 3:00 MESZ
  2. Juni 1:00 MESZ
  3. Juli 23:00 MESZ

Sternkarte

Sternkarte Sommer 2020
 

Die Nächte in den Monaten Mai bis Juli können wunderbar mild sein und laden dazu ein, lange draußen zu bleiben und den Himmel zu beobachten. Allerdings sind sie auch recht kurz. Vom 25. Mai bis zum 18. Juli wird es – astronomisch gesehen – im Ruhrgebiet gar nicht richtig dunkel. Die Sonne steht nie tiefer als 18° unter dem Horizont. Ein kleiner Rest der Dämmerung ist im Norden sogar mitten in der Nacht zu sehen. Diese „Weißen Nächte“ sind weiter im Norden aber viel ausgeprägter. In unseren Breiten sind die schönsten und einprägsamsten Sternbilder auch im Sommer sichtbar!

Im Südwesten verabschieden sich die Frühjahrssternbilder von der Himmelbühne.  Das bekannteste und auffälligste von ihnen ist der Löwe. Ebenfalls leicht sichtbar ist der Bärenhüter, mit lateinischem Namen Bootes genannt. Sein Hauptstern Arktur leuchtet rötlich. Der Arktur bildet das untere Ende einer drachenförmigen Figur. Nicht ganz so leicht ist es, das dritte der klassischen Frühlingssternbilder als Figur zu sehen: Von der Jungfrau fällt vor allem ihr hellster Stern Spica, die ‚Kornähre’ auf.

Unter den Sternen des Sommerhimmels ist insbesondere das Sommerdreieck leicht zu finden. Es besteht aus drei hellen Sternen, die zu drei verschiedenen Sternbildern gehören. Deneb markiert den Schwanz des Schwans, der mit weit ausgebreiteten Flügeln durch die Milchstraße fliegt. Vega gehört zum kleinen, aber leicht erkennbaren Sternbild Leier, und Atair ist der Hauptstern des Adlers. Die Milchstraße verläuft durch den Adler weiter nach Süden. Knapp über dem Süd-Horizont sehen wir nur in den Sommermonaten das Zentrum der Milchstraße im Sternbild Schütze. Daneben steht der Skorpion mit dem hellen, roten Stern Antares. Dieses eigentlich auffällige Sternbild klettert bei uns aber nie komplett über den Horizont.

Mit dem Fortschreiten der Nacht gehen im Osten neue Sternbilder auf, die schon den kommenden Herbst ankündigen. Besonders auffällig ist der Pegasus, in der Sage ein fliegendes Pferd, am Himmel aber ein fast perfektes Quadrat aus gleich hellen Sternen.

Die Planeten ziehen vor den Sternbildern ihre Bahnen. Sie sind immer wieder an anderen Orten zu sehen. Eine Sommernacht bietet in diesem Jahr beste Möglichkeiten, viele Planeten am Himmel zu beobachten.

Die innere Erdnachbarin Venus ist nur noch bis etwa Ende Mai am Abendhimmel sichtbar. Am 3. Juni steht sie zwischen Sonne und Erde und damit unbeobachtbar am Taghimmel. Aber bald darauf taucht sie schon wieder am Morgenhimmel auf – ab Ende Juni können Frühaufsteher sie im Osten beobachten. Schon am 7. Juli erreicht sie ihre größte Helligkeit. Das Scheibchen der Venus erscheint zunächst als schmale Sichel, die im Verlauf der Sichtbarkeit immer dicker wird. Unsere Nachbarin wandert durch den Stier, streift Anfang August den nördlichsten Teil des Orion und findet sich ab Mitte August in den Zwillingen, wo sie am 13. August ihren größten westlichen Winkelabstand von der Sonne erreicht.  

Auch der äußere Nachbarplanet der Erde, der rötliche Mars, ist am Morgenhimmel zu sehen. Ende Mai geht er gegen 3:00 Uhr MESZ auf, Ende Juni schon gegen 1:30 Uhr und Ende Juli vor Mitternacht. Dabei wandert er vom Sternbild Wassermann in die Fische. Der Mars wird dabei immer heller und auffälliger – auch die Größe des Planetenscheibchens verdoppelt sich zwischen Ende Mai und August. Die beste „Show“ bietet der Mars aber erst im Oktober, wenn er der Erde am nächsten und die ganze Nacht zu sehen ist.  

Der Riesenplanet Jupiter steht dagegen schon am 14. Juli der Sonne von der Erde aus gesehen genau gegenüber in „Opposition“. Damit ist er ein heller und auffallender Glanzpunkt am Nachthimmel. Er hält sich während des ganzen Sommers im allerdings sehr südlichen Sternbild Schütze auf. Schon Ende Mai geht er gegen 1:00 Uhr auf, im Juli dann in etwa bei Sonnenuntergang. Danach zieht er sich langsam aus der zweiten Nachthälfte zurück: Ende August verschwindet er vor 3:00 MESZ unter dem Horizont.

Der Ringplanet Saturn zieht seine gemächliche Bahn ebenfalls im Sternbild Schütze, nicht weit vom Jupiter entfernt. Beide Planeten halten sich dort auf, wo die Sonne im Winter steht, und erreichen deshalb keine großen Höhen am Himmel. Dafür kann man sie in warmen, wenn auch kurzen Sommernächten sehen. Am 21. Juli erreicht der Saturn seine Oppositionsstellung und steht der Sonne genau gegenüber. In den Monaten danach wird auch der Saturn wie der Jupiter mehr und mehr zum Objekt der zweiten Nachthälfte. Im Laufe des Jahres nähern sich Jupiter und Saturn am Himmel immer näher an. Am 21. Dezember wird ihr Abstand sich bis auf ein 1/5 des Vollmonddurchmessers verringern.