Vortrag

Schwarzes Loch schreddert Stern

Inhalt

Schwarzes Loch schreddert Stern
Astronomie mit Licht und Neutrinos
Prof. Dr. Anna Franckowiak, Ruhr-Universität Bochum

Kommt ein Stern einem schwarzen Loch zu nahe, dann wird der Stern in einer sogenannten Gezei-tenkatastrophe zerrissen. Ein Teil der Bruchstücke formt eine heiße Scheibe um das schwarze Loch. Die Zahl der beobachteten Gezeitenkatastrophen hat sich in den letzten zwei Jahren verdop-pelt. Eine (von vielen) offenen Fragen ist, ob Gezeitenkatastrophen in der Lage sind Teilchen auf hohe Energien zu beschleunigen. Um diese Frage zu beantworten, nutzen die Referentin Anna Franckowiak und ihre Kollegen Licht von unterschiedlichen Teleskopen auf der Erde und im Orbit in verschiedenen Wellenlängenbereichen und zusätzlich geisterhafte Neutrino-Teilchen, die mit dem IceCube Observatorium am Südpol nachgewiesen werden können.

Dies ist ein Beispiel für das neue Feld der „Multi-Messenger Astronomie“, die viele Boten aus dem Universum verwendet, um einen neuen Einblick in den Kosmos zu gewinnen. Klassische Astrono-mie beobachtet sichtbares Licht von Quellen im Universum. Inzwischen kann mit Teleskopen auf der Erde und im Weltall auch Licht bei niedrigeren Energien (z.B. im Radio-Bereich) und bei höhe-ren Energien (z.B. im Gammastrahlen-Bereich) gemessen werden. Neuerdings sind aber noch wei-tere Boten hinzugekommen: Neutrinos und Gravitationswellen öffnen neue Fenster ins Universum und erlauben einen vollständigeren Blick auf extreme Ereignisse wie das Zerreißen eines Sterns durch ein Schwarzes Loch.

Anna Franckowiak ist seit 2020 Professorin für Multi-Wellenlängen und Multi-Messenger Astrono-mie am Astronomischen Institut der Ruhr-Universität Bochum. In ihrem Vortrag berichtet sie von Forschungsergebnissen, die vor wenigen Jahren noch nicht möglich gewesen wären.


Eintritt: 5,00 EUR