Vortrag

Kosmologische Horizonte

Inhalt

Kulturgeschichtlich war die Geschichte des Kosmos eine Welt der Mythen. Erst im 20. Jahrhundert hat die Kosmologie den Charakter einer Naturwissenschaft angenommen. Die Entdeckung und Vermessung der Expansion des Raumes und der Hintergrundstrahlung bilden die Säulen der heutigen kosmologischen Theorien.

Einerseits wächst die Menge der Beobachtungen immens an, andererseits ist es noch nicht gelungen, diese Beobachtungen in einem widerspruchsfreien Rahmen zu verstehen. Unwidersprochen ist nur, dass es vor etwa 14 Milliarden Jahren eine sehr heiße, sehr dichte Phase gegeben haben muss, aus der heraus sich unser heutiger beobachtbarer Kosmos entwickelt hat. In der "Standardkosmologie" bilden Dunkle Materie und Dunkle Energie die Grundlagen der Interpretation der Beobachtungen. Jedoch kommen sie mit dem Preis der Rätselhaftigkeit und provozieren kontroverse Diskussionen. Der Vortrag will diese Kontroverse verständlich machen. Er zeigt auch, dass wissenschaftlicher Streit kein Scheitern ist, sondern eine Quelle der Inspiration und getragen von der Zuversicht, neue physikalische Ufer und ein tieferes physikalisches Weltverständnis zu erreichen.

Mit Prof. Dr. Tom Richtler, Universität Concepcíon, Chile