Vortrag

Kepler und die neuzeitliche Naturwissenschaft

Inhalt

Vor 400 Jahren erschien eines der bedeutendsten Werke der Astronomiegeschichte. Während selbst Nicolaus Copernicus noch die antiken Ideale der Kreisförmigkeit und Gleichförmigkeit verfolgte, betritt Johannes Kepler mit seinen drei Gesetzen Neuland und schlägt ein Kapitel auf, das direkt zu Isaac Newton führt, dem wir die neuzeitliche Vorstellung von Gravitation verdanken. Der epochale Schritt zu einem dynamischen Verständnis der Planetenbahnen wird an einem Werk sichtbar, das 1619 unter dem Titel „Harmonices mundi“ erschien. In seinem Hauptwerk über Harmonie veröffentlicht Kepler das dritte Gesetz und entwirft einen neuen Erklärungstypus für Himmelsbewegungen.

Kepler findet damit weitere Argumente für das heliozentrischen Weltbild, die auch denen Galileis weit überlegen sind. Der Vortrag des Nürnberger Wissenschaftshistorikers Pierre Leich skizziert die Astronomie zur Zeit von Copernicus, führt die teleskopischen Beobachtungen ab1608 vor Augen und ruft die Leistung von Johannes Kepler in Erinnerung.