Vortrag

Die innere Uhr des Menschen

Inhalt

Die innere Uhr des Menschen & weshalb es keine Sommerzeit gibt (bzw. geben sollte)
Prof. Dr. Thomas Kantermann, FOM Hochschule für Oekonomie & Management

Es ist ein vieldiskutiertees Thema, dem sich der Chronobiologe Thomas Kantermann nur wenige Tage vor dem Ende der Sommerzeit widmet: Was ist von dieser (noch) alljährlichen Zeitumstellung zu halten?

Chronobiologie ist die Wissenschaft von der Biologie der Zeit (griechisch chronos). Die zeitlichen Strukturen der Biologie des Menschen werden durch das die innere Uhr koordiniert. Dieses "zirkadiane System ist in die Regulation der gesamten Physiologie, von der Gen-Expression bis zum Verhalten eingebunden. Charakteristisch ist, dass das zirkadiane System eine eigene Periodik von nur ungefähr (aber nicht genau) 24 Stunden aufweist. Deshalb muss das System täglich mit dem 24 Stunden Tag abgeglichen werden, damit die innere Uhr mit der Umwelt synchron „tickt“. Die Umweltsignale welche das zirkadiane System stellen können nennt man Zeitgeber.

Im Laufe der Evolution stellte sich für das zirkadiane System des Menschen das Sonnenlicht – rhythmisch gegeben durch Sonnenaufgang und Sonnenuntergang – als der verlässlichste Zeitgeber dar. Wird der Prozess der Synchronisation der Biologie mit der Umwelt dauerhaft gestört („Leben gegen die innere Uhr“), dann folgen daraus nachteilige Konsequenzen für die Gesundheit. Ein bekanntes beispiel dafür kann Schichtarbeit sein. Eine weitere Herausforderung, die ein Viertel der Weltbevölkerung – und jeden der in Deutschland lebt – betrifft, ist aber die jährliche Umstellung auf Sommerzeit.