Vortrag

Das Wechselspiel der kosmischen Strahlung – neue Forschung im Ruhrgebiet

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Mit Prof. Dr. Julia Tjus, Ruhr-Universität Bochum

Das Bochumer Planetarium lädt am Mittwoch, dem 28. September, um 20:00 Uhr zu einem Vortrag ein, in dem Prof. Julia Tjus von der Ruhr-Universität Bochum das Publikum zu einigen besonders exotischen Objekten im Kosmos mitnimmt und zugleich einen neuen Forschungsschwerpunkt im Ruhrgebiet vorstellt.

Das Wechselspiel der kosmischen Materie hat die Menschen schon immer fasziniert. Lange wurden die kosmischen Himmelsspiele mit dem bloßen Auge beobachtet. Seit Galileis Zeit kamen Teleskope dazu, die das sichtbare Licht sammelten und neue Einblicke erlaubten.

Die heutige Astronomie kann das Universum in all seinen Farben und Erscheinungen untersuchen, denn inzwischen schauen Teleskope bei allen Wellenlängen - von der niederenergetischen Radiostrahlung bis zu den hochenergetischen Gammastrahlen - ins Universum. Auch Elementarteilchen wie Neutrinos oder geladene Teilchen werden beobachtet und vervollständigen das Bild. So kann nicht nur unsere Milchstraße und deren Dynamik ganz genau untersucht werden, auch fremde Galaxien verraten so manches Geheimnis. Hier wird unter anderem beobachtet, wie diese riesigen Himmelsobjekte in Fontänen große Gasmengen auswerfen, teilweise gebündelt zu Jets, die Teilchen mit Geschwindigkeiten nahe der des Lichts aus der Galaxie schleudern.

Im Januar 2022 wurde ein neuer Forschungsverbund im Ruhrgebiet gegründet. Forscher wollen hier erklären, was die Physik hinter diesen Prozessen ist und wie man die Dynamik der Galaxien und insbesondere ihrer Ausflüsse verstehen und erklären kann. Hierzu haben sich Plasma- und Teilchenphysiker mit Astrophysikern zusammengetan, um das Wechselspiel der kosmischen Materie zu verstehen. Im Vortrag wird die Brücke zwischen der mikroskopischen Welt der Teilchen und den makroskopisch-gigantischen Galaxien geschlagen und ein Eindruck vermittelt, was wir durch die Kombination der verschiedenen astronomischen Instrumente und der grundlegenden Theorie der Materie lernen können.

Prof. Dr. Julia Tjus ist Sprecherin des neuen Sonderforschungsbereichs.